„Alfried Krupp“ heißt jetzt „ROU Isla Farallón“


Letzter Besuch der “Alfried Krupp” auf der Station Amrum im März 2022. ©Gerd Arnold

Mariana Correa, Lehrerin der Navigationsschule in Montevideo, taufte den ehemaligen Seenotrettungskreuzer „Alfried Krupp“ für die Armada Nacional Uruguay am 17. November um 16.30 Uhr MEZ in La Paloma auf den Namen „ROU 53 Isla Farallón“. Das Ruder führt künftig Commander Gustavo Furino.

Damit ist die ehemalige „Alfried Krupp“ Teil des maritimen Such- und Rettungsdienst des Landes, wo seit 2018 die ehemalige „Hermann Helms“ (ROU 52 „Isla de Lobos“; Seelöweninsel) in La Paloma und die „Hannes Glogner“ (ROU 51 „Isla de las Flores“; Blumeninsel) in Montevideo ihren Dienst verrichten.

2018 waren die „Hermann Helms“ und die „Hannes Glogner“ als Deckslast mit dem Frachtschiff „Jannes“ überführt worden.

Die DGzRS-Überführungscrew der “Alfried Krupp”. ©DGzRS-Die Seenotretter

Wegen der Corona-Pandemie und den explodierenden Transportkosten verzögerte bzw. war eine Überführung per Deckslast nicht mehr möglich. Eine erfahrene Crew der DGzRS meldete sich freiwillig für die Überführung auf eigenem Kiel. Die Reise begann Anfang September in Rostock und endete am 9. November im Hafen von La Paloma (Uruguay). Aus technischen, logistischen und physischen Gründen waren Zwischenstopps in Frankreich, Spanien, Kanarische Inseln, Kapverdische Inseln und in Brasilien notwendig.

Die Überführung war keinesfalls einfach, anstrengende Tage hat die Crew hinter sich gelassen, oft unter schwerer See und nicht den besten Wetterbedingungen. Ein Abenteuer, dass die Seefahrer sicherlich auch genossen haben, eine bemerkenswerte und wahrscheinlich auch unvergessliche Reise der erfahrenen Seemänner der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger).

Umbenennung in “Rou 53 Isla Farallon”. Taufpatin Mariana Correa und Commander Gustavo Furino. ©DGzRS-Die Seenotretter

Am Vormittag des 9. November wurde die „Alfried Krupp“, nach einer Reise von über 7.500 nautischen Meilen (fast 14.000 Kilometer) und über 60 Tagen auf See in uruguayische Gewässer von einem Schiff der Nationalmarine, der ROU 52 – ehemals „Hermann Helms“ – bis zum Einlaufen in den Hafen der Marinebasis La Paloma begleitet.

Die „Alfried Krupp“ wurde auf der Lürssen-Werft gebaut und war von 1988 bis 2020 für die DGzRS auf der Insel Borkum im Einsatz. Heute ist ein Schiff der 28-Meter-Klasse, die „Hamburg“ auf Borkum – der westlichsten Station der DGzRS – stationiert.

Nach der Außerdienststellung im Mai 2020 kam das Schiff noch kurzzeitig im Juni 2021 auf Amrum als Reservekreuzer zum Einsatz. Im März 2022 besuchte die „alte Dame“ während einer Bewegungsfahrt letztmalig die Station in Wittdün auf Amrum.

In der Nacht zum 02. Januar 1995 verunglückte die „Alfried Krupp“ auf der Rückfahrt von einem Einsatz. Das Schiff geriet westlich von Borkum in eine schwere Grundsee und kenterte durch.

Bauartbedingt hat sich das Schiff wieder aufgerichtet, doch der Vormann Bernhard Gruben und der Maschinist Theo Fischer ließen ihr Leben. Zwei Schiffe der DGzRS wurden zu Ehren nach Ihnen benannt.

Der schwer beschädigte Rettungskreuzer wurde repariert und umgebaut. Der offene obere Fahrstand erhielt eine geschlossene Kabine, damit entfiel der untere Fahrstand. Im freigewordenen Raum sind seither eine Messe und ein Bordhospital.

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Über Gerd Arnold

Gerd Arnold, 1957 in Nebel auf Amrum geboren. Ein „echter“ Amrumer mit der friesischen Sprache (öömrang) aufgewachsen. Bis 1972 die Schule in Nebel besucht, danach Elektroinstallateur in Wittdün gelernt. 1976/77 in Wuppertal den Realschulabschluss nachgeholt. Ab Oktober 1977 als Berufssoldat bei der Bundesluftwaffe und seit November 2010 Pensionär. Nach vielen Jahren der verzweifelten Suche nach passenden „bezahlbaren“ Wohnraum auf Amrum endlich fündig geworden, seit Februar 2022 wieder ständig auf Amrum. 2019 ins Team der Amrum News integriert, aber das soll neben dem Angeln nicht die einzige Aktivität auf der Insel bleiben.

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