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Flugzeug auf Sandbank im Wattenmeer notgelandet – mit glimpflichen Ausgang…

Wegen eines technischen Defekts musste am Sonntagnachmittag ein einmotoriges Sportflugzeug aus Westfalen unplanmäßig auf einer Sandbank nördlich von der Hallig Hooge im nordfriesischen Wattenmeer notlanden. Das in Höxter-Holzminden beheimatete Flugzeug war erst kurz zuvor auf Sylt gestartet.

An Bord befanden sich der Pilot, seine 31-jährige Ehefrau und dessen Hund. Alle seien bei der Notlandung auf der Sandbank „Japsand“ unverletzt geblieben, teilte die Rettungsleitstelle in Harrislee gestern mit. Damit sei dem Piloten eine fliegerische Meisterleistung gelungen, erklärte ein Sprecher des Flughafens Höxter-Holzminden gegenüber den Medien.

Landung auf Japsand...(Foto:DGzRS)

Landung auf Japsand…(Foto:DGzRS)

Wie der Pilot dem NDR erklärte, konnte er noch im Landeanflug einen Notruf an den Sylter Flughafen absetzen. Der Notfall löste bei den Rettungskräften Alarm aus, sodass für die Rettung der beiden Menschen und des Hundes der Rettungshubschrauber aus Niebüll sowie ein Marinehubschrauber aufstiegen. Der Seenotrettungskreuzer Ernst Meier-Hedde lief von seiner Station Amrum aus, um mit AK zur Sandbank ins Smaltief zu dampfen.

Ursache für den unfreiwilligen Nothalt mitten im Wattenmeer ist der plötzlich ausgefallene Motor des Sportflugzeuges – einer einmotorigen Beechcraft Bonanza -. Vor 11 Jahren musste eine Beechcraft 35 aufgrund von Treibstoffproblemen auf dem Amrumer Kniepsand notlanden und sorgte für Schlagzeilen. Am Sonntag war der Öldruck gefallen und im Cockpit breitet sich rauchiger Gestank aus. “Vermutlich ein Kolbenfresser”, vermutet der Holzmindener Pilot im Gespräch mit dem NDR.

Dem Piloten blieben nur Bruchteile nach dem Ausfall des Motors, um nach einer Lösung zu suchen. Als “Landebahn” blieb dann nur noch die Sandbank Japsand. Trotz des weichen Untergrunds der Sandbank, die Spuren im Sand zeigen deutlich, wie tief das Fahrwerk der Maschine eingesunken ist, gelingt dem Piloten die Notlandung. Der Marine-Hubschrauber nimmt die Personen und den Hund auf.

Derweil musste das 36 Jahre alte Flugzeug noch auf der Sandbank mitten in der Nordsee ausharren und auf seine Bergung warten. Dafür ist der Eigner selbst verantwortlich. Nur gut, dass die Sandbank auch bei Hochwasser nicht überflutet wird. Gestern konnte das Flugzeug bei Hochwasser durch die Bergungsfirma „Porta Air Service“aus Porta Westfalica und den Föhrer Berufsschiffer Jan Christiansen mit seiner „Catjan“ abgeborgen und nach Föhr transportiert werden. Da eine Genehmigung für den Transport auf Föhrs Straßen fehlte, wird die Beechcraft erst heute vom Wyker Hafen zum Flugplatz Wyk transportiert werden können. Dort soll der Motor repariert werden, sodass der Eigner die Maschine nach Hause fliegen kann.

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Über Thomas Oelers

Thomas Oelers wurde 1966 in Wittdün auf Amrum geboren - ein echtes Inselkind. Nach seiner Schul- und Ausbildungszeit entschied er sich auf der Insel zu bleiben. Heute arbeitet der Vater von 2 Kindern in einem Wittdüner Betrieb als Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister. Seit 2003 recherchiert und fotografiert er als freier Journalist akribisch im Amrum-News Team.

Ein Kommentar

  1. Malte Ewertsson

    Liebe Amrum-News,
    vielleicht hat euer Aprilscherz von 2015 (G7-Gipfel auf Amrum) die Verantwortlichen in der Regierung auf eine prima Idee gebracht, und sie planen die strategisch besonders günstige Lage Amrums irgendwie zu nutzen. Wie sonst läßt es sich erklären, daß derzeit ein Flugzeugträger im Wattenmeer zwischen Hooge, Amrum und Föhr kreuzt.
    Malte Ewertsson

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