Das Ende einer Ära …


Hotel Hüttmann

Vor 36 Jahren haben Barbara Hitpass-Kossmann und Peter Kossmann das Hotel Hüttmann in Norddorf in der vierten Generation von Lena und Erich Kossmann übernommen. Für Peter war es eine logische Fortsetzung seiner beruflichen Ausbildung als Koch und Hotelbetriebswirt, für die gelernte Apothekerin Barbara, war es ein beruflicher Neubeginn.

Das Traditionshaus wurde 1892 von Peters Urgroßvater Heinrich Hüttmann gegründet und ist immer in Familienbesitz geblieben. In dem alten Norddorfer Schulgebäude entstand mit vier Fremdenzimmer (so hießen die Unterkünfte für Urlauber damals) das „Erste Hotel am Platze“ in Norddorf. 1907 kam das dreigeschossige „Balkonhaus“ dazu und 1911 auf der Südseite der Hüttmann-Wiese die Dependance, die dann 1997 abgerissen und komplett neu, aber im Alten Stil wieder aufgebaut wurde. Dahinter entstanden dann 3 weitere Gästehäuser und ein Personalhaus. Der Hotelkomplex hat sich über die Jahre zum Zentrum der Gemeinde Norddorf entwickelt, wobei trotz vieler Neubauten immer der typische Bäderstil erhalten wurde.

Die Dependance und das Friesenhaus Strandnelke

Barbara und Peter haben in den vergangenen Jahren das Hotel kontinuierlich erneuert und erweitert und zu einem stilvollen, weit über die Grenzen von Amrum hinaus bekannten 4 Sternehotel entwickelt. Die insgesamt 57 Einheiten verteilen sich auf das Haupthaus mit Zimmern und Suiten, die Häuser Strandflieder und Heckenrose mit Apartments und das Friesenhaus Strandnelke. Hinzu kommen ein Restaurant, ein Cafe-Bistro, die Entenschnack-Bar, die Lounge und der Cafe- und Restaurantgarten. Im Hüttmanns Eck befindet sich der Wellness-Bereich und im Haus Besenheide gibt es noch eine Biosauna, ein Dampdfbad und ein Whirlppol.

Barbara und Peter sind mit Leib- und Seele Hotelliers und haben in den vergangenen 36 Jahren mit viel Liebe und Engagement die Gäste in ihrem Hotel bewirtet. Es war ihnen wichtig, ein Ambiente zu schaffen, in dem man sich wohlfühlt. Viele Stammgäste zeugen davon, dass ihnen das gelungen ist. Unterstützt wurden sie dabei von 40 – 50 Mitarbeitern, von denen ein großer Teil schon jahrelang zum Hüttmann Team gehört. Immer wieder wurden auch Filme im Hotel gedreht und zahlreiche Schauspieler und Prominente waren nicht nur während der Dreharbeiten Gast im Hause.

Nun haben Barbara und Peter sich entschieden, in den wohlverdienten Ruhestand zu gehen. Da keine Nachfolgeregelung innerhalb der Familie gefunden wurde, wird das Hotel an einen Investor verkauft und von der Hotelkette Sonnenhotels unter den Nahmen Sonnenresort Hüttmann weitergeführt.

Ehepaar Kossmann Quelle: Hotel Hüttmann

Damit geht eine fast 130-jährige Ära in Norddorf zu Ende. Amrum News sprach mit Barbara und Peter über ihre Gefühle und zukünftigen Pläne:

Wie fühlt ihr Euch jetzt, da die Entscheidung zum Verkauf des Hotels gefallen ist?

Barbara:  Natürlich ist etwas Wehmut dabei, wenn man nach so langer Zeit den Hotelbetrieb aufgibt.  Es ist ja auch ein Abschied von vielen Stammgästen und vor allem auch von liebgewonnenen Mitarbeitern, die uns Jahrelang begleitet haben. Wir freuen uns aber auf unseren neuen Lebensabschnitt

Peter: Es ist auch etwas Erleichterung dabei, in Zukunft nicht mehr so viel Verantwortung tragen zu müssen. Wir haben die Arbeit gern gemacht aber wir beide möchten in den nächsten Jahren auch noch einmal andere Prioritäten setzten.

Was hat den Ausschlag zum Verkauf an die CT Siebente Immobiliengesellschaft gegeben?

Peter: Interessenten für ein Hotel unserer Größe sind gar nicht so einfach zu finden. Für große Ketten sind wir zu klein und für einen privaten Hotelbetreiber eigentlich zu groß. Die CT Siebente Immobiliengesellschaft hat mit den „Sonnenhotels“ einen Betreiber gefunden, der schon zahlreiche Hotels diese Größe betreibt und sich bestens auskennt.  Wir sind überzeugt, dass der neue Betreiber unsere langjährigen Stammgäste mit ihrem Konzept überzeugen wird und das Hotel in unserem Sinne weiterführt.

Barbara: Es war uns auch wichtig, eine Lösung für unsere Mitarbeiter zu finden. Alle Mitarbeiter werden zu gleichen Konditionen für mindestens ein Jahr übernommen. So können beide Seiten ausprobieren, ob sie zueinander passen.  Wir haben unsere Mitarbeiter in einer Betriebsversammlung über den Verkauf informiert und der neue Betreiber hat sich vorgestellt. Es war eine emotionale Rede an die Teils langjährigen Mitarbeiter, da ist die eine oder andere Träne geflossen – auf beiden Seiten.

Was machen Hoteliers, wenn sie in den Ruhestand gehen, habt ihr schon Pläne für die Zukunft?

Barbara: Ich möchte noch viel reisen, weitere Sprachen lernen und auch kulturelle Aktivitäten nachholen, zu denen ich bisher keine Zeit hatte. Ich bin ein Stadtmensch und werde viel Zeit in Düsseldorf verbringen.

Peter: Ich werde mich noch intensiver um mein Hobby, die Jägerei kümmern und sicher viel Zeit in meinen 2 Jagden verbringen. Wir werden dann in Zukunft sicher öfter zwischen Düsseldorf und Schmielau im Kreis Herzogtum Lauenburg hin- und her pendeln, je nach Lust und Laune, wir haben jetzt ja endlich genügend Zeit. Natürlich werden wir auch hin und wieder nach Amrum kommen, dann aber zur Abwechselung als Gast und nicht als Gastgeber.

Das Amrum News Team wünscht Euch alles Gute für den neuen Lebensabschnitt.

 

Print Friendly, PDF & Email

Über Ralf Hoffmann

Ralf Hoffmann wurde 1955 in Schleswig geboren und zog mit seinen Eltern und Geschwistern 1962 nach Amrum. Nach dem Abitur in Niebüll studierte Ralf Luft und Raumfahrttechnik in Berlin. Die ersten 6 Berufsjahre verbrachte er als Entwicklungsingenieur bei VW und danach wechselte er als Aerodynamischer Entwicklungsingenieur zu Ford nach Köln. Als Leiter der Aerodynamischen Entwicklung für Ford Europa und die letzten 15 Jahre als Manager Aerodynamik und Motor- und Komponentenkühlung war er weltweit verantwortlich und viel unterwegs, um die jeweiligen Prototypen unter Hitze und Kälte zu testen. Nach all den Jahren auf dem Festland sind Ralf und seine Frau Karin nun wieder nach Amrum zurückgekehrt.

schon gelesen?

Wieder zu Hause …

„Für mich war schon immer klar, dass ich hier arbeiten möchte”, lächelt Stina Böhling. Jetzt …

2 comments

  1. Es war uns auch wichtig, eine Lösung für unsere Mitarbeiter zu finden. Alle Mitarbeiter werden zu gleichen Konditionen für mindestens ein Jahr übernommen.

    Das ist nichts besonderes das ist so geregelt vom Gesetzgeber

    Ursula Schinkel

  2. Nur eine Anmerkung/Korrektur: So weit ich mich erinnere IST die Dependance das Personalhaus. Zumindest war es das als es ’97 neu aufgebaut wurde. Dahinter sind dann die 3 Gästehäuser und ein Wirtschaftsgebäude.

    Alles Gute für den Ruhestand wünsche ich aber auch noch.

    K. Martinen

WP2Social Auto Publish Powered By : XYZScripts.com