Likedeeler zeigt ausgewählte Werke aus Panschos Nachlass …


Frühe „Panschos“ im Likedeeler

Wer in diesem Herbst im Likedeeler in Steenodde einkehrt, kann ausgewählten Werken des im vergangenen Jahr verstorbenen Künstlers Panscho, mit bürgerlichem Namen Otfried Schwarz (1942 – 2022), noch einmal ganz besonders nahe kommen.

Bei Sonja Oppermann speisen, mit dem Blick auf Panschos Kunst an der Wand und auf der Bank im Rücken, das hätte auch „Otti“ gefallen, war er doch selbst ein lebensfroher, großherziger Gastgeber und feiner Mensch.
Weit über das Insel-Gedächtnis hinaus in Erinnerung geblieben sind die legendären Vollmondparties in seinen Strandburgen aus angespültem, kunstvoll drapiertem Abfall, der es bis ins Altonaer Museum in Hamburg geschafft hat und zu einem der meist fotografierten Urlaubsmotive auf Amrum wurde.
Zwölf frühe Werke aus dem Nachlass, die zuvor noch nicht öffentlich ausgestellt waren, sind nun im Restaurant Likedeeler zu sehen – eine kleine Retrospektive des für seine farbenprächtigen Bilder bekannten Künstlers: Landschaften, Stillleben und ein Akt.
„Junge, Du musst nach Berlin!“, hatte ihm nach dem Grundstudium der bildenden Künste, Gottfried Brockmann, sein Kieler Professor geraten, (der übrigens mit den 1953 auf Amrum entstandenen Skizzen für sein Ölgemälde „Ölpest“ 1955 als erster deutscher Künstler die Verschmutzung der Meere thematisierte). Und so kam Otfried Schwarz in den wilden 1960er Jahren als Student an die Hochschule für Bildende Künste in Westberlin und wurde Meisterschüler bei Heinz Trökes. Hans Jaenisch, dessen Werk derzeit in Wittdün und Süddorf mit einer umfassenden Retrospektive gewürdigt wird, war einer seiner Prüfer. Der sei zwar streng gewesen, habe ihn aber auch machen lassen, erzählte Panscho dem „Kleinen Amrumer“ Ende 2021, kurz bevor er in das Amrumer Seniorenheim zog.
„Dieser Künstler steht für fantastische Farben und Formen“, befand einst die Prüfungskommission der Berliner Hochschule für Bildende Künste. Bis zum 11. November können Sie sich davon im Likedeeler auf Amrum selbst einen exklusiven Eindruck verschaffen.
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Über Astrid Thomas-Niemann

Astrid Thomas-Niemann ist gelernte Schifffahrtskauffrau sowie studierte Sprach- und Erziehungswissenschaftlerin. Sie hat viele Jahre als Schifffahrtsanalystin gearbeitet und lebt seit 2015 in Wittdün. Als junge Frau kam Astrid 1981 das erste Mal auf die Insel und besuchte auf Zeltplatz II die Niemanns aus Hamburg, die Amrum seit 1962 urlaubsmäßig die Treue halten, inzwischen bereits in der 4. Generation.

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2 comments

  1. Danke Astrid, für Deinen lobenswerten Panscho-Artikel!
    Im Gegensatz zum IB- Bericht von Arndt Prenzel mit einem unwürdigen Foto unseres geliebten Inselkünstlers schreibst Du respektvoll über Leben und Werk von O.S. Hinzufügen möchte ich ,dass Panscho über das Geschriebene hinaus über Jahrzehnte im Winter in Berlin tätig war und sich in diesen Monaten seiner Arbeit an Skulpturen und der ” Kunst am Bau” widmete und ua. großflächig Häuserfassaden gestaltete.Auch die künstlerische Gestaltung des Amrumer Abenteuerlandes ist sein Werk.Der Mann hat Spuren hinterlassen!
    jesse,25946 Amrum

  2. Lieber Jesse,
    vielen Dank für Deinen Hinweis auf Panschos “Kunst am Bau”. Das habe ich gar nicht gewusst und freut mich sehr. Ich finde übrigens das Foto im Inselboten gar nicht so unwürdig, wie Du schreibst. Für mich zeigt es einen sehr liebenswürdigen Menschen im fortgeschrittenen Alter. Das einzige, was in dem Artikel nicht korrekt recherchiert wurde, ist die Rolle von Professor Hans Jaenisch in Otfrieds Ausbildung. Jaenisch war Panschos Prüfer, aber sein Lehrer war Jaenischs Kollege Professor Heinz Trökes, ebenfalls ein bedeutender Künstler der deutschen Nachkriegsmoderne, der nicht in Vergessenheit geraten sollte.
    Viele Grüße, Astrid

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